Adventskalender-Blog: Türchen 19 – Ein Haus


Adventskalender-Blog: Türchen 19 – Ein Haus

Heute ist Montag und da bleiben bei uns die Türchen zu. Das LüttLiv hat Ruhetag, der Gastraum ist dunkel, die Küche ist kalt und man hört nur das leise Klackern der Tasten auf dem Laptop, der diese Worte aufnimmt. Doch Halt! Wo kommt denn dieses Poltern her? Als würde  jemand einen Sack Kartoffeln die Holztreppe hinunter werfen. Dann ein rhythmische Stampfen wie auf einem Paradeplatz, dann wieder der Sack (vielleicht sind da auch Kieselsteine drin).

Von oben kommt das! Vom Theaterdeck. Von dort kam für unser 17. Türchen ein Gruß von der Brücke. Und auch heute wird dort nicht geruht, da wird das Bühnenbild umgebaut, von „Emil und die Detektive“, zu „Mama Muh und die Krähe“. Denn obwohl unsere Türchen heute versperrt bleiben, gibt es in der Zinnschmelze jede Menge Türen hinter denen fleißig gearbeitet wird. Wenn man jeden Tag nur eine davon öffnen würde, bräuchte man länger als einen Monat um auch die kleinste Besenkammer zu entdecken (Fahrstuhltüren sind ja auch Türen). Das Dach der Zinnschmelze, die vor eineinhalb Jahren ihren Anbau bekommen hat, teilen wir uns mit dem Theaterdeck und dem „Barmbeker Verein für Kultur und Arbeit“. Zusammen sind wir ein Stadtteilkulturzentrum. Klingt vielleicht ein bisschen dröge und pädagogisch, aber das ist es bei weitem nicht (nur ganz, ganz, ganz selten). Wer von euch die Zinnschmelze aus „alten Zeiten“ kennt, erinnert sich vielleicht noch an die Momente, in denen man die Eingangstür der Zinne aufstieß, eigentlich nur etwas trinken wollte, dann aber wieder in eine Lesung mit Vera und Lutz Rosenbusch, ein Kletzmerkonzert, oder eine geschlossene Gesellschaft reinplatzte. Blöd! Jetzt aber können sich alle nach Lust und Laune austoben. Es gibt einen großen Veranstaltungssaal,  einen Seminarraum, das Theaterdeck hat noch eine Studiobühne dazubekommen und überall wimmelt es von Menschen jeden Alters, die vielleicht einen Theaterkurs belegen, bei einem der Chöre singen, zu Salsa oder Swing das Tanzbein schwingen, auf der Cajon trommeln, oder sich beim Yoga verknoten. Und jetzt kannst du sicher sein, dass du niemanden störst, wenn du hier hereinplatzt um einfach was zu trinken, zu essen und die Seele baumeln zu lassen. Niemals!

Naja, nur montags halt…