Adventskalender-Blog: Türchen 16 – Stammgäste


Adventskalender-Blog: Türchen 16 – Stammgäste

Das größte Glück sind unsere Stammgäste. Ehrlich, also Du!

Manchmal ist es ja etwas stressig, wuselig, ein Alltag eben, mit Höhen und Tiefen – und dann sehnt man sich nach einer Konstante, etwas Festem, einem Halt, ein Händeschütteln, ein Kopfnicken, ein Lächeln.

Wir versuchen immer zu Lächeln, doch manchmal fällt es schwer, doch wenn wir dann im Gastraum sind, dann strahlen wir:
Wenn wir den Weizen-Mann sehen am Tresen mit der Hosenklammer am Bein, wenn ein Milchkaffee genau das richtige Getränke zur Kopfhörer-Musik ist, wenn ein Rosé die Laune auffrischt, wenn um die „gute Stube“ gekämpft wird und man sich dort, wie zu Hause fühlen kann und will, dann sind wir auch zu Hause. Und eigentlich bist Du immer bei uns mit Freunden und Liebhabern, mit Ängsten und Sorgen, mit Freude und Glück – dann wir sind Dein Zuhause.
Wir freuen uns über jede Apfelschorle am Freitag, die zum Fisch bestellt wird, über Deinen Stammplatz bei uns mit dem Rücken zur Küche und einem Tee, oder einer Kola, wenn es sehr heiß ist. Wir helfen Dir auf die Sprünge, wenn Du vergessen hast, dass Du Rharbarberschorle magst und die Ofenkartoffel – wir wissen längst, dass Du kein Glas zum Ratsherrn Bier willst, dass Du eine ganze Flasche Rioja erst nach dem ersten Glas bestellt, dass es die Frikalonie wirklich nur pur geben soll, ohne das Grünzeug. Du hilfst uns mit Holz und Metall, wir spendieren Dir dafür ein Mittagstisch oder eine Schorle. Wir zapfen gern das Bier 0,4l, wenn Du zur Tür reinkommst und räumen die Tische schnell ab, weil es sonst so dreckig aussieht. Wir haben immer einen Obstler für Dich parat (aber nie einen Grappa). Klar nimmst Du die Tagessuppe! Wir schmunzeln, dass Dir der Cappuccino immer zu kalt ist und die Tasse mit den Fingern berührt wurde. Gerne machen wir die Heiße Schokolade extra heiß und dein Kaffee bekommst Du, noch bevor du an der Tür stehst und tanzt. All das, stresst uns nicht – ganz im Gegenteil. Die kleinen Extrawünsche, das Besondere, gibt Vertrautheit, schafft Ruhe und entwuselt unseren Tag.
Also, komm gern vor der „heute show“ auf ein Bier vorbei, oder zwei. Die Pfirsischschorle trinkst nur Du – das wissen wir – und auch, dass du Salzgebäck magst. Die große Karaffe Wasser vergessen wir selten am Mittwoch und auch nicht den Salat, den Du in zwei Etappen isst und den wir für Dich verwahren. Wir sind nicht böse, dass du nie Trinkgeld gibst und sprudeln dein Bier gern mit Sprudelwasser. Du vermisst den Tatort und willst immer beim Quiz gewinnen, du trinkst gern einen Rotwein, allein – willst nicht gestört werden. Dein Lieblingsplatz ist in der Fernsehecke oder am Tresen – das wissen wir noch nicht so  genau, aber Pausen zum Rauchen braucht es – und immer einen warmen Kopf. Du kommst eigentlich viel zu selten, aber Quitte-Weizen haben wir immer. Uns nervt es nicht, dass Du die ganze Zeit am Tresen starrst, die Geschichten, die Du aus aller Welt erzählst sind sehr unterhaltsam. Wir lassen Dich in Ruhe mit der Morgenpost und beißen uns nur heimlich auf die Zähne, wenn Du das Rätsel löst. Du reservierst immer und kommst nie spontan, aber mit dem Rad kommst Du bei Wind und Wetter. Wir mögen Deine Kinder, die durch das LüttLiv toben und verraten nicht, dass Du Dich heimlich mit einer Affäre triffst.

Wir treffen Dich hoffentlich bald wieder im LüttLiv. Dann siehst Du uns Lächeln – manchmal auch nur innerlich, weil unser Kopf gerade woanders ist. Aber wir sehen Dich und mögen Dich, so wie Du bist …

 

PS: Du wirst natürlich diesen Blog-Eintrag lesen und Dich nicht erkennen und gleichwohl wirst Du ein bisschen stolz Lächeln. Jeder ist eben anders!